Leon Schubert

Ich schreibe lange wahre und erfundene Geschichten über das, was uns prägt. Über Verlust und Erinnerung. Über das, was leise bleibt und trotzdem weitergeht.

22 Jahre aus Strausberg wohne in Münster Hiltrup
Geschichten entdecken
Regennacht am Fenster mit offenem Notizbuch

Geschichten

Sechzehn lange Geschichten die bleiben.

01 Der Brief den ich nie abschicken konnte Abschied, Schuld, Vergebung 62 min 02 Als der Sommer nicht zurückkam Jugend, Verlust, Erwachsenwerden 61 min 03 Die letzte Nachricht um halb zwei Liebe, Missverständnisse, Stille 61 min 04 Zwischen Bahnhof und Morgen Heimat, Aufbruch, Zweifel 61 min 05 Die Jahre die wir nicht hatten Zeit, Entscheidungen, was bleibt 61 min 06 Nach dem Regen bleibt das Leise Trauer, Hoffnung, Weitergehen 62 min 07 Das Haus in dem wir lachten Familie, Erinnerung, Verlust 61 min 08 Wenn Worte nicht mehr reichen Kommunikation, Schmerz, Nähe 61 min 09 Die Spuren im alten Notizbuch Vergangenheit, Identität, Frieden 61 min 10 Irgendwo wird es leicht Neuanfang, Mut, Hoffnung 62 min 11 Die Stadt kennt unsere Schatten Dark Romance, Verlangen, Geheimnisse 64 min 12 Unter deiner Haut war Nacht Dark Romance, Nähe, Schuld 65 min 13 Der Kuss im verbotenen Flur Dark Romance, Sehnsucht, Risiko 64 min 14 Wenn du mich ruinierst dann langsam Dark Romance, Macht, Hingabe 65 min 15 Dein Name im Rauch Dark Romance, Verrat, Vergebung 64 min 16 Bis die Dunkelheit uns weich macht Dark Romance, Heilung, Verlangen 65 min
Alle Geschichten lesen

Ruhe

Meditation und Yoga für stille Nächte.

Zehn ruhige Meditationen für innere Weite.

Diese Texte sind wie stille Räume. Sie führen nicht fort von dir, sondern näher zu dem Ort, an dem du wieder atmen kannst.

Meditation öffnen

Zehn ruhige Yoga Texte für Körper und Seele.

Diese Yoga Texte sind keine Leistung. Sie sind Einladungen, den Körper wieder als Zuhause zu spüren und jede Bewegung freundlich zu beginnen.

Yoga öffnen

Der Brief den ich nie abschicken konnte

Es war ein nasser Novemberabend, und am Fenster über den stillen Straßen von Münster wirkte alles so still, als hätte die Welt kurz vergessen, wie man Geräusche macht. Das gelbe Licht der letzten Straßenbahn lag auf den Dingen, und irgendwo blieb Regen an der Scheibe hängen. Ich hielt einen Brief mit einem Rand aus Kaffee in den Händen und dachte an Mara.

Manchmal beginnt Erinnerung nicht mit einem Bild, sondern mit einem Geruch. Feuchte Luft, kalter Stoff, Kaffee, Staub, ein Mantel im Flur. Plötzlich ist alles wieder da, und die Jahre dazwischen wirken nur wie ein dünner Vorhang. Bei uns war es die Entschuldigung, die zu spät kam. Das klingt wie ein Satz, aber es war ein ganzes Zimmer. Es hatte Ecken, Geruch, Schatten und eine Tür, vor der ich zu lange stehen blieb.

In der Küche deiner alten Wohnung sagtest du einmal, ich bleibe da, auch wenn es schwer wird. Ich weiß nicht, ob du es leicht meintest oder ob du damals schon gespürt hast, wie schwer solche Worte werden können. Ich habe sie behalten, nicht weil sie alles retteten, sondern weil sie zeigten, dass wir es versucht haben.

Ich sehe uns noch dort sitzen, als hätte jemand den Moment in klares Glas gegossen. Draußen bewegte sich die Welt weiter. Drinnen glaubten wir, sie könne warten. Vielleicht war das unser größter Fehler und zugleich unser schönster Trost. Ich hielt mich an diese Erinnerung wie an ein Geländer. Nicht weil sie stabil war, sondern weil ich nichts anderes fand. Manche Bilder sind dünn und tragen einen trotzdem über eine Nacht.

Manche Schuld ist kein großer Stein, sondern Sand in den Taschen. Erst merkt man sie kaum. Dann wundert man sich, warum jeder Schritt so schwer wird. Ich kann das heute schreiben, ohne mich dahinter zu verstecken. Damals hätte ich jeden Satz umstellt, bis er harmloser klang. Heute lasse ich ihn stehen, weil Wahrheit erst wirken kann, wenn man sie nicht schminkt.

Geschichte öffnen

Ich freue mich über deine Nachricht.

Wenn dich eine Geschichte berührt hat oder du mir schreiben möchtest, erreichst du mich direkt per E Mail.

info@leonschubert.de
Leerer Bahnsteig bei Nacht nach Regen